Der Polizeisportverein PSV Basdorf hat ein breites Kursangebot, ist immer offen für neue Sportangebote und sucht Übungsleiter:innen. WPunkt im Gespräch mit dem langjährigen Geschäftsstellenleiter und Vorstandsmitglied Marc Sommerfeld.
WPunkt: Marc, ihr habt in 2025 viele Meistertitel in Kampfsportarten gewonnen, kann man hier einen Schwerpunkt des PSV Basdorf ausmachen?
Marc Sommerfeld: Nein, das würde ich nicht so sagen. Ganz im Gegenteil, der Breitensport macht bei uns den größten Anteil aus. Es soll für alle ein Angebot geben, das den Freizeitsport natürlich beinhaltet. Wir haben 23 Abteilungen und sind mit über 1300 Mitgliedern zur Zeit der größte Sportverein im Barnim. Unsere Angebote gehen von Aerobic über Badminton bis Volleyball, von Brazilian Jiu Jitsu, über Judo bis zum Kickboxen, vom Gesundheitskurs Haltung und Bewegung durch Ganzkörperkräftigung über Yoga bis zum Zumba. Da ist vom Freizeitsport bis zum Wettkampfniveau für Groß und Klein etwas dabei und trotzdem sind wir immer offen für neue Angebote. Wir würden gerne mehr Gesundheitskurse und auch ein Sportangebot für Menschen mit Behinderung anbieten, da müssen noch besondere Anforderungen berücksichtigt werden, aber das wäre auch unser Ziel.
Gerne können sich Interessierte mit ihrem Sportangebot bei mir melden, wir versuchen dann, solche Angebote bei uns zu etablieren. Es wäre aber gut, wenn das Angebot mindestens über ein Jahr aufrechterhalten werden kann, um die begehrten Sporthallenzeiten auch sinnvoll auszunutzen.
WPunkt: Wir sitzen hier in deinem Büro und blicken auf die Halle mit den Judomatten im sogenannten alten Kasino, habt ihr noch andere Sportstätten?
Marc Sommerfeld: Ja, natürlich. Wir haben in Basdorf unserer Geschäftsstelle und eine wirklich tolle Halle. Hier finden zwar viele unserer Angebote statt, aber in der Halle liegen rund 4 Tonnen Judomatten, die können wir für den Ballsport natürlich nicht täglich oder wöchentlich beiseite räumen. Wir nutzen daher zusätzlich Hallenzeiten in den Sporthallen der Schulen unserer Ortsteile, da sind wir dann auch gut erreichbar.
Es ist schon auch eine Herausforderung, allen Kursen gute Zeiten anzubieten. Die Hallenzeiten sind begehrt und sehr gut ausgenutzt, oft ist nur noch zu den Mittagszeiten etwas frei.
Wir wären deshalb froh, wenn der Kreis die neue weiterführende Schule am Annenhof mit einer wettkampffähigen Sportanlage auch im Außenbereich ausstattet. Wo wir da genau Bedarfe sehen und was wettkampftauglich sein sollte, das bringen wir jetzt schon in den entsprechenden Gremien und Sitzungen ein, da muss man frühzeitig mitarbeiten.
WPunkt: Was sind denn die Herausforderungen bei deiner Arbeit als Geschäftsstellenleiter, bis du selbst auch Übungsleiter?
Marc Sommerfeld: Die Geschäftsstelle wurde geschaffen, um den ehrenamtlich arbeitenden Vorstand zu entlasten, der Verein wurde zu groß und die Aufgaben wurden einfach zu vielfältig.
Unsere Übungsleiter:innen kommen meist aus der näheren Umgebung, arbeiten als Honorarkräfte oder ehrenamtlich und bekommen dann eine kleine Aufwandsentschädigung. Alle sind sehr engagiert, es erfordert ja auch etwas Vorbereitung und Zeit und viel Verständnis für die Kursteilnehmer. Da kann man verstehen, dass es nicht bei jedem in den Alltag hineinpasst. Oft genügt schon das Interesse am Sport, man braucht gar kein eigenes Trainingskonzept, um Freizeitsport anbieten zu können. Wir ermutigen daher Interessenten und sind ständig auf der Suche nach Übungsleitern, um unser Sportangebot aufrechtzuerhalten bzw. zu erweitern, denn fast alle Kurse haben schon Wartelisten. Wir können über den PSV eine Ausbildung zum lizensierten Trainer ermöglich. Ich bin also dafür Ansprechpartner und gebe selber auch Trainingseinheiten.
Zusätzlich vertrete ich den Verein im Landessportbund, koordiniere, netzwerke und leite Arbeitsgruppen an. Aktuell haben wir ein Kinder-Schutz-Konzept entsprechend den gesetzlichen Anforderungen erarbeitet und geben das an unsere Übungsleiter weiter. Dazu kommt die Öffentlichkeitsarbeit und unsere Projekte, wie zum Beispiel ein Übernachtungscamp zu organisieren. Ich würde das alles alleine gar nicht schaffen und bin daher sehr froh über die vielen, ehrenamtlich Mitarbeitenden im PSV Basdorf.
WPunkt: Wie sind die Versicherungsbedingungen für die Trainer:innen?
Marc Sommerfeld: Alle Mitglieder und Übungsleiter:innen sind als Mitglied im Verein und über den Landessportbund versichert. Zusätzlich haben wir eine sogenannte D&O-Versicherung, die den Vorstand persönlich z.B. bei Vermögensschäden oder Schadensersatzforderungen absichert.
Wir sichern aber durch unsere Planungen schon vieles gut ab, zum Beispiel holen wir für ein Übernachtungscamp vorher das Einverständnis der Eltern ein, sorgen für weibliche und männliche Betreuungspersonen und die richtige Qualifikation der Trainer:innen.
Wenn doch etwas passiert, wird ein Unfallbogen ausgefüllt und wenn nicht grob fahrlässig gehandelt wurde, greift die Versicherung des Vereins, anderenfalls greift die privatrechtliche Versicherung.
Auch die Erarbeitung und Umsetzung des Kinderschutzkonzeptes ist wichtig für eine Gemeinschaft. Das Kinderschutzgesetz fordert den Schutz von Kindern und Jugendlichen nicht nur vor Gewalt durch Erwachsene, sondern auch durch gleichaltrige. Dazu schaut man sich im Verein an, wo es ggf. Risikofaktoren gibt und welche Schutzmaßnahmen dafür erforderlich sind. Das ist auch gleichzeitig ein Schutz für die Trainer:innen, da wir ihnen einen Handlungsleitfaden für Verhalten und Gesprächsführung zur Verfügung stellen. Umgang mit Mobbing und ungewollten Fotos in Social Media gehören natürlich dazu. Fairness und Respekt – das sind unsere Rahmenbedingungen im Verein.
WPunkt: In den letzten Jahren flossen Fördermittel in den Verein, bist du wunschlos glücklich?
Marc Sommerfeld: Das würde ich natürlich nicht sagen, Wünsche gibt es immer. Eine Außensportanlage angrenzend an unser Gebäude wäre sehr schön. An der neuen weiterführenden Schule am Annenhof sollte neben einer wettkampffähigen Außensportanlage auch eine wettkampftaugliche drei-Felder-Halle mit einer Tribüne errichtet werden, denn wir haben in der Gemeinde derzeit keine Möglichkeit, größere Veranstaltungen mit Zuschauern durchzuführen.
Wir haben beispielsweise im Ju-Jutsu allein 130 Kämpfende, bei Turnieren kommen die Besucher:innen dazu, die Sporthallen unserer Grundschulen stoßen dann an ihre Kapazitätsgrenzen. Mehr Räumlichkeiten und Lagermöglichkeiten wären auch für die Etablierung eines Angebots im Behindertensport erforderlich.
Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren für den Sport viel geleistet, wir sind dafür natürlich sehr dankbar, aber der Bedarf an Hallentrainingszeiten ist wirklich da, unsere Hallenzeiten sind quasi ausgebucht. Für Wettkämpfe fehlt es definitiv an Räumlichkeiten. Wir sind schon aktiv geworden, haben einen Brief vorbereitet und würden gerne, dass andere Sportvereine sich anschließen. Dann möchten wir über den Bürgermeister Oliver Borchert dem Landrat unsere Argumente zukommen lassen.
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